Auf onreact.com ist ein interessanter Vergleich zwischen SEO und “SEO 2.0″ aufgelistet - oder, wie man es auch nennen könnte, zwischen SEO und SMO.
Die Liste verlagert die Aktivitäten von den Suchmaschinen hin zu Bookmarking-Diensten und Blogs, von der Link-Generierung hin zur Content-Generierung.
Das ist nicht der einzige Artikel, der sich in letzter Zeit damit auseinander setzt, SEO unter den Bedingungen von Web 2.0 neu zu positionieren. Wer die Newsseiten wie z.B. Sphinn zu SEO, Suchmaschinen und Internet Marketing in den USA verfolgt, wird den Eindruck nicht los, als verschiebe sich der Fokus der ganzen Branche.
Es finden sich zunehmend Artikel mit Infos zum Schreiben von Beiträgen, zum richtigen Verfassen von Kommentaren oder wie man sich in Social Media-Plattformen wie Facebook oder Twitter etabliert.
Dabei stellen sich einem Optimierer in Deutschland zwei Fragen:
- Ist das nur ein vorübergehender Trend, oder findet hier eine langfristige Verschiebung statt?
- Inwieweit betrifft das den deutschen Markt?
Man darf nicht übersehen, dass sich hier in relativ kurzer Zeit zwei unterschiedlich gewichtende Kulturen zwischen den USA und Deutschland herausgebildet haben, gerade in der Blogosphäre. Blogs sind in den USA ein Medium mit einem eigenen Stellenwert. Wir reden hier von wirklich populären und inhaltlich hochwertigen Blogs, sei es zu Politik, Kultur, Unterhaltung oder einem anderen Thema.
Für einen Optimierer ist es schon Pflicht, in diesem Umfeld mit Kommentaren - und damit mindestens mit Backlinks auf den eigenen Content - vertreten zu sein.
Ob sich diese Kultur in Deutschland in diesen Maße durchsetzt - und damit der Nutzwert für die SEO -, bleibt abzuwarten. Weblogs besitzen bislang bei weitem noch nicht diese Reichweite wie in den USA, erst recht nicht deren “Generierungs-Potenzial” - sowohl im Bezug auf Branding wie aber auch bei der Monetarisierung. Und etablierte Medien wie die Süddeutsche Zeitung tun sich auch weiterhin schwer, Blogs ernst zu nehmen.
Gerade bei den zahllosen Web 2.0-Diensten wird es erst zu einer Marktkonsolidierung kommen müssen, bevor man ernsthaft sehen kann, wo sich der Aufwand auch langfristig lohnt. Die aktuelle und umfassende Liste auf Blognation zu deutschen Anbietern gibt einen guten Überblick - zur wirklichen Relevanz und Marktstellung der Angebote kann sie nicht herangezogen werden.
Man darf dabei auch nie die Eigeninteressen von Google außer Acht lassen.
Artikelverzeichnisse galten bis vor kurzem noch als probate Möglichkeit, Backlinks zu erzeugen. Nach Googles letzter Aktion, in der zahlreiche PageRanks abgewertet wurden - und manche Artikelverzeichnisse mit einem PR von 0 abgestraft wurden -, bleibt abzuwarten, ob in deren Fahrwasser auch alle verlinkten Seiten zumindest teilweise abgewertet werden.
Sollte Google also feststellen, dass Verlinkungen im Web 2.0 vor allem dazu führen, SERPs zu beeinflussen, dürfte die nächste “Strafaktion” nicht lange auf sich warten lassen.
Inwieweit dieser Trend Deutschland erreicht und nachhaltig beeinflusst, lässt sich schwer vorhersehen. Wer SEO betreibt, ist mit Sicherheit gut beraten, sich mit den eigenen Herangehensweisen des - nennen wir es ruhig - SEO 2.0 auseinander zu setzen. Und auch fit zu sein, wenn ein Kunde einen darauf anspricht.