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Irgendwann letztes Jahr war mein SOS SEO Blog Feed aus der Google Blog Suche verschwunden. Ich war leicht irritiert, argwöhnte zwischenzeitlich, es könne an der mangelnden Validität des Feeds liegen, aber selbst Updates brachten keine Besserung und so ließ ich die Sache auf sich beruhen. Immerhin konnten dann auch die ganzen Kommentar-Spammer mein Blog nicht mehr so leicht finden

Gestern stolperte ich dann über meinen alten Google Base Versuch. Wie üblich für einen neugierigen SEO, musste ich damals auch Base ausprobieren, ein kurzer Test, ein Eintrag, um zu sehen wie’s läuft, das war’s auch schon. Dieser eine Eintrag war mein SOS Blog Feed. Und was sehe ich da auf einmal in meiner Google (Home-)Base? Mein Feed wurde disapproved.
Tolle Sache, frage mich jetzt nur warum. Hätte Google wenigstens den Grund dazugeschrieben, aber so stehe ich ziemlich ratlos in der Gegend rum. Finde ich nicht wirklich lustig. Und ist m.e. alles andere als userfreundlich. Wie soll ich etwas korrigieren, wenn ich keinen blassen Schimmer habe, was der Grund für das Disapproval gewesen ist. Wäre nett, wenn Google zukünftig solche Infos über sein neues Message-System den armen, unwissenden Webmastern mitteilen könnte.


Landläufig denkt der geneigte Steuerzahler beim Begriff Subvention an die Unterstützung von Technologien, die in der Startphase eines Anschubs bedürfen, um dann bald auf eigenen Füßen stehen zu können und ihre segensreiche Wirkung für die Allgemeinheit zu entfalten. So ist der heute so billige Atomstrom nur möglich, weil in den zurückliegenden Jahrzehnten Milliarden an Subventionen geflossen sind und die Meiler auch heute noch indirekt unterstützt werden, etwa durch die Befreiung von Versicherungspflichten.
Sieht man sich die opulenten Gewinne von Google oder Yahoo an, so kommt man nicht sofort auf die Idee, dass die Suchmaschinenbranche staatliche Subventionen nötig hätte. Es gibt mit Neomo (von mir mitbegründet) und Seekport zwei allgemeine Suchmaschinen, die mit privatem Kapital gestartet wurden. Zudem haben wir mit Suchen.de eine ebenfalls rein privat finanzierte lokale Suchmaschine in Deutschland.
Nun hat also die Europäische Union Deutschland erlaubt, das Suchmaschinen-Projekt Theseus, das ursprünglich als deutsch-französisches Projekt namens Quaero geplant war, mit 120 Millionen Euro zu fördern. Am Theseus-Projekt sind viele große deutsche Unternehmen beteiligt: Siemens, SAP, empolis, Lycos Europe, Deutsche Nationalbibliothek, Deutsche Thomson oHG, intelligent views, m2any, Moresophy, Ontoprise, Festo, Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) und das Institut für Rundfunktechnik. Koordiniert wird das Projekt von der Bertelsmann-Tochter empolis.
Gegenüber der ursprünglichen Konzeption wurde das Theseus-Projekt bereits erheblich abgespeckt. Nun soll kein Google-Killer mehr entwickelt werden, sondern man möchte Basistechnologien voran bringen:
Zu den Basistechnologien, die von den Forschungspartnern entwickelt werden, gehören unter anderem Funktionen zur automatisierten Erzeugung von Metadaten für Audio-, Video-, 3D- und Bilddateien und Mechanismen für die semantische Verarbeitung multimedialer Dokumente und der damit verknüpften Services.
Quelle: Pressemitteilung des Theseus-Konsortium
Für alle, die tiefer einsteigen möchten, gibt’s vielfachen weiteren Lesestoff:
Homepage des Theseus-Konsortium
AP-Meldung: EU OKs German online search-engine grant
Sistrix: Bundesregierung versenkt 120 Millionen Euro-Steuergelder
at-web: Theseus-Projekt bekommt Geld
ZDnet: Wirtschaftsministerium startet Forschungsprojekt Theseus
Suchmaschinentricks: Deutsch-französische Suchmaschine Quaero geplant
Suchmaschinentricks: Telekom zieht sich aus deutsch-französischem Suchmaschinenprojekt zurück
Presseerklärung des SuMa-eV zum Theseus-Projekt

Der Aktienkurs von Google schloss heute bei 548,59 Dollar - nur etwa 4 Dollar unter dem Höchststand. Dann wurden die Quartalszahlen bekanntgegeben und der Kurs ging nachbörslich auf Talfahrt. Aktuell 508,70 $ (-7.27%). Die Börse zeigt sich also erstmalig enttäuscht von Google Zahlen. Die Börse soll mit einem Gewinn von 3,59 US-Dollar pro Aktie gerechnet haben, es wurden aber nur 3,56 $ US-Dollar pro Aktie - um 3 cent verfehlt. Der Nettogewinn betrug im 2. Quartal “nur” 925,1 Mio. $. Die beiden Quartale zuvor lag Google über der Marke von 1 Mrd. $. Im Vergleich zum 2. Quartal 2006 zeigt sich aber immer noch eine deutliche Steigerung, damals betrug der Nettogewinn 721,1 Mio. $.
Der Umsatz betrug 3.782 Mio. $ (2.632 Mio. $ ohne TAC) und lag damit knapp über dem Vorquartal. Die Zahlen zeigen wieder einmal wie wichtig für Google-Umsatz und Gewinn die Google-eigenen Seiten sind, während zum Beispiel AdSense von Quartal zu Quartal einen immer geringeren Umsatzanteil hat und zum Gewinn ohnehin nur ein Bruchteil beiträgt.
Details zu den Zahlen gibt es hier.
Laut Click Fraud Network betrug der Klickbetrug im 2. Quartal 2007 15,8 Prozent. Im Q1 2007 waren es noch 14,8 Prozent und im Vorjahresquartal 14,1 Prozent. Besonders hoch war die Betrugsrate in den Content-Netzwerken der Suchmaschinen (u.a. AdSense und YPN) mit 25,6 Prozent. Als Grund für die steigende Klickbetrugsrate werden starke Botnet-Aktivitäten angeführt.
Leider sind diese Daten als Außenstehender sehr schwer einzuschätzen. Google sagt das die Klickbetrugsrate sehr gering ist und man das meiste schon selber ausfiltert. An dieser Aussage hat man natürlich auch ein wirtschaftliches Interesse. Auf der anderen Seite stehen auch hinter dem Click Fraud Network wirtschaftliche Interessen. Hinter Click Fraud Network steht Click Forensics, ein Anbieter von Klickbetrugerkennung … letztlich bleibt es nur übrig “Druck” auf Google zu machen und sich auf den ROI zu konzentrieren.


Google Webmaster Central wurde um ein Message Center erweitert:

So wird Google in Zukunft unter anderem über Spam Penaltys wie zum Beispiel versteckter Text, Keyword Stuffing und Cloaking informieren. Ursprünglich hatte Google ja damit begonnen über so etwas per E-Mail zu informieren. Nachdem aber Fakemails im großem Stil versendet wurden, hat man dies eingestellt.
Searchengineland hat eine solche Beispiel-Message als Screenshot:


Naja, theoretisch ist das eine Verbesserung. Praktisch ändert sich gar nichts, denn wirklich abgelaufen ist das Cookie erst wenn man 2 Jahre lang Google nicht besucht hat, andernfalls verlängert sich die Ablaufzeit des Cookies immer wieder auf 2 Jahre. Also eher eine Änderung damit die Datenschützer Ruhe geben. Mehr im offiziellem Google-Blog.


So, jetzt wirkt sich der Schluckauf aber merklich auf die Besucherzahlen aus. Einfach unglaublich, welchen Müll Google da manchmal produziert. Vor einigen Wochen hatte ich versucht, für mein Seo Blog die ganzen üblen indizierten RSS-Feeds aus dem Google-Index zu werfen und habe da auf das NoIndex Feed Plugin gesetzt. Leider musste ich erkennen, dass die größte Seuche, nämlich die Kommentar-Feeds, überhaupt nicht von dem Plugin angegangen wurden.
Daraufhin habe ich das Plugin aufgebohrt und dafür gesorgt, dass der noindex-Eintrag auch in den Kommentar-Feeds auftauchte. Leider mit dem Erfolg, dass Google sich nicht für 5 Pfennig drum scherte dass da jetzt noindex drin stand, wahrscheinlich fühlte der Googlebot sich von dem eher für Feeds gedachten Eintrag nicht angesprochen.
Dabei Frage ich mich die ganze Zeit, warum Google an allen Fronten dem Duplicate Content an die Gurgel geht, aber die Kommentar-Feeds weiter brav indiziert und zuweilen den Original-Artikel ins Nirwana schickt. Ich verstehe das nicht, es wäre doch so leicht diese Feeds zu erkennen und draußen zu lassen. Die Feeds waren doch noch nie zum Indizieren für den Googlebot gedacht. Diesem verfressenen Vieh sollte endlich mal das Maul gestopft werden. Mit Feeds füttern gehört verboten.
Mal ein Beispiel zu der leidigen Geschichte. Bei einer Suche nach “Googel is broken” taucht an 32. Stelle der “Google Schluckauf” Beitrag auf:

Wir sehen also, der Beitrag wurde voll erfasst und steht mit korrekter URL im Google Index. Und jetzt die Gegenprobe, eine Google Suche nach “Google Schluckauf“:

Nichts mehr zu sehen vom Original-Artikel. Die Kommentar-Feeds beherrschen die SERPs. Überhaupt sind 30% Anteil an den indizierten Seiten für die Kommentar-Feeds einfach zu viel des Guten. Vielen Dank für den Schwachsinn. Jetzt reicht’s aber wirklich. Seit heute gibt es eine erweitere robots.txt Datei, von der ich mir eine deutliche Bereinigung der Ergebnisse erhoffe. Jetzt werden alle Feeds gewaltsam vom Googlebot ferngehalten. Ich hoffe, dass der Bot sich dran verschluckt
Eigentlich hatte ích gehofft, Google würde das Problem von alleine in den Griff bekommen. Denn leider ist das hier nicht das einzige Problem, welches Google mit Feeds und Trackbacks am Laufen hat. Was sollen die vielen Webmaster da draussen machen, die noch nicht einmal was von Duplicate Content und seinen Folgen gehört haben oder die mit dem Jonglieren von robots-txt und WordPress Plugins überfordert sind?
Okay, das ist so etwas irreführend, aber so wird es in diversen Blogs berichtet.
Da ich es selber nicht sehen kann, hier ein Screenshot von Barry:

Folgendes Video kann man sich nach einem Klick auf das Pluszeichen anschauen:
Barry sagt er sei geschockt. Naja, es ist zwar ein Bild (und sogar ein Video) zu Werbezwecken in den Suchergebnissen, aber es dürfte auch genau die Suche treffen. Insofern ist das aus meiner Sicht eher Werbung mit Mehrwert … in Vergangenheit hat Google schon einmal einen Film promotet. Zum Kinostart von “Da Vinci Code” gab es ein Rätsel, das wohl sogar auf der Google Homepage beworben wurde.

2007 (weeks): 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | 32 | 33 | 34 | 35 | 36 | 37 | 38 | 39 | 40 | 41 | 42 | 43 | 44 | 45 | 46 | 47 | 48 | 49 | 50 | 51 |